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Jahresbericht 2019 und Ausblick 2020

Entwicklungen 2019

Brandschutzvorschriften 2026: erreichte Meilensteine 

Der 2018 mit den Stakeholdern begonnene Prozess zur Definition der Schutzziele für die «Brandschutzvorschriften 2026» wurde im Berichtsjahr weitergeführt. Zu den Schutzgütern und Grundsätzen der neuen Generation Brandschutzvorschriften herrscht weitgehend Einigkeit. Allerdings konnten noch nicht alle wichtigen Punkte umfassend bearbeitet werden. Aus diesem Grund wird der Prozess im nächsten Jahr weitergeführt.
Die Dienstleistungen im Projektteam, die durch Expertinnen und Experten in den Bereichen Brandschutz, Risikomanagement und Recht ausgeführt werden, wurden öffentlich ausgeschrieben. Die eingegangenen Angebote wurden ausgewertet und die Zusammensetzung des Projektteams konnte definiert werden. Das Projektteam hat seine Arbeit im Rahmen des offiziellen Projektstarts aufgenommen.

Schweizweite Förderung der brandschutzkonformen Anwendung

Brandschutzprodukten und Fachfirmen, welche die brandschutztechnischen Anforderungen erfüllen, erteilt die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) ein gesamtschweizerisch anerkanntes Dokument. Bei «nicht harmonisierten Produkten» erhält der Hersteller, Händler oder die Fachfirma eine «VKF-Anerkennung». Bei «harmonisierten Produkten» nennt sich dieses Dokument «VKF Technische Auskunft». Dank des freiwilligen Eintrags im Brandschutzregister verfügen alle Benutzer über eine schlanke Dokumentation als Basis für die Beurteilung der brandschutzkonformen Anwendung der Produkte in der ganzen Schweiz. Das Brandschutzregister ist somit ein wirksames Mittel zur Verkaufsförderung für Hersteller und Händler und eine willkommene Unterstützung für die korrekte Anwendung der Brandschutzprodukte für Planer, Qualitätssicherungsverantwortliche und Brandschutzbehörden. Für das hohe Sicherheitsniveau im Brandschutz ist www.bsronline.ch unverzichtbar und aktueller denn je.

Laufende Weiterentwicklung und Digitalisierung beim Ausbildungsangebot

Im Geschäftsbereich Ausbildung stand das Geschäftsjahr 2019 weiterhin im Zeichen der strategischen Weiterentwicklung. Nebst den Standard-Lehrgangsangeboten wurde der neu entwickelte achttägige «Grundkurs Brandschutz QSS1» eingeführt. Das neue Angebot wird vom Markt gut aufgenommen und rege besucht. Der Ausbildungsmarkt Brandschutz entwickelt sich rasant: Die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) stellt eine Zunahme der Ausbildungsangebote fest. Zukünftig gewinnt daher die persönliche Beratung Ausbildungs-Interessierter an Bedeutung. Aus diesem Grund wurde eine grafische Brandschutz-Ausbildungslandkarte «Roadmap» entwickelt. Diese hilft Interessierten, sich in der Bildungslandschaft Brandschutz zurecht zu finden.

Fachtagungen

2019 führte der Geschäftsbereich Ausbildung drei Fachtagungen mit gut 700 Teilnehmenden durch. Erstmalig wurde in Lausanne eine Veranstaltung explizit für die französischsprachigen Kantone angeboten. Das Angebot fand Anklang. Die Westschweizer Tagung besuchten über 200 Personen.

Personenzertifizierungen sowie eidgenössische Prüfungen

Der Geschäftsbereich Ausbildung prüft im Rahmen der VKF und der eidgenössischen Zertifikatsprüfungen jährlich mehrere Hundert Fachpersonen. Diese Qualifikationsverfahren können mit einem VKF-Zertifikat oder einem eidgenössischen Diplom auf tertiärer Stufe abgeschlossen werden. Im Berichtsjahr haben über 900 Personen die VKF- oder eidgenössischen Qualifikationsverfahren absolviert.

Schutz vor Naturgefahren

In mehreren Workshops mit Direktoren, Kommunikations-Fachpersonen und Elementarschadenpräventions-Fachpersonen der Kantonalen Gebäudeversicherungen (KGV) wurde im Jahr 2019 die strategische Ausrichtung der Plattform und des Partnerprojekts von Schutz vor Naturgefahren erarbeitet und verabschiedet. Bei der künftigen Umsetzung wird der Fokus einerseits auf regional angepassten Inhalten liegen. Andererseits wird die Benutzerführung vereinfacht und der Nutzer durch den Abfrageprozess begleitet. Aufseiten der Partner wird die bisherige Zusammenarbeit mit den vier Partnern weiter fortgeführt werden und allenfalls punktuell erweitert. Zudem wird angestrebt, die Zusammenarbeit auf kantonaler Ebene mit den Partnern durch die KGV zu fördern. Ein Aufbau und eine «Aktivierung» regionaler Partnerschaften mit Unterstützung der VKF wird angestrebt. Ziel ist, dass Schutz vor Naturgefahren die Kommunikationsmarke der Gebäudeversicherungen im Bereich der Elementarschaden-Prävention wird.

Neue SIA-Dokumentation «Entwerfen und Planen mit Naturgefahren im Hochbau»

Im Berichtsjahr wurde die neue SIA-Dokumentation «Entwerfen und Planen mit Naturgefahren im Hochbau» vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA) publiziert. Das Dokument richtet sich vorwiegend an Architekten und Planer. Anhand des seit Langem eingeführten Bauplanungsmodells wird auf die spezifischen Punkte des naturgefahrengerechten Bauens hingewiesen. Diese gewählte Darstellungsweise richtet sich nach den Arbeitsabläufen in der Gebäudeplanung. Thematisiert werden die in der Elementarschadenversicherung versicherten Naturgefahrenprozesse sowie Erdbeben.
Die neue SIA-Dokumentation verweist an vielen Stellen auf die Plattform von Schutz vor Naturgefahren, wo vertiefte Informationen und Hilfestellungen angeboten werden. Die Kosten für die Erstellung dieses neuen Planungshilfsmittels trug die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF).

Hagelregister

Das Hagelregister konnte im Berichtsjahr die Zahl der Einträge und die Anzahl der Zugriffe über das Internet in der Schweiz weiter steigern. Es ist in der Folge ein Präventionsinstrument, das seine Wirkung stetig weiter entfaltet. Mit Ausnahme der verletzlichen Sonnenschutzelemente (z. B. Lamellenstoren), sind sämtliche Bauteile der Gebäudehülle im Hagelregister vertreten.
Parallel dazu entwickelt sich auch die internationale Zusammenarbeit zwischen den drei Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bereits seit mehreren Jahren bezieht das österreichische Hagelregister seine Inhalte bei der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF). Seit Ende des Berichtsjahres gibt es nun auch eine deutsche Website des Hagelregisters, die auf die Produktesuche in der Schweiz verweist. Abgerundet wird dieser internationale Ausbau durch eine trinationale Landingpage. Durch die vertiefte Zusammenarbeit der drei Länder entsteht ein Mehrwert für Nutzer und Produkthersteller.

Wetter-Alarm®: Personalisierung, spezifischere Wetterdaten und gesteigerte Verbreitung

Die Wetter-App mit Unwetterwarnfunktion «Wetter-Alarm» entwickelt sich stetig weiter. Der komplett neue Kontobereich ermöglicht das Anlegen verschiedener Wohnprofile. Kunden können so die App an die jeweilige Wohnsituation anpassen und erhalten zukünftig spezifischere Unwetterwarnungen. Zu den weiteren 2019 eingeführten Verbesserungen zählen unter anderem verkürzte Prognoseintervalle des Niederschlagsradars, überarbeitetes Kartenmaterial, neue Livecams, Angaben zu Mondphasen sowie ein komplett neu geschriebener Applikationscode. Eine grosse Neuerung steht kurz vor ihrer Veröffentlichung: Mit der Umstellung von postleitzahl- auf koordinatenbasierte Wetterdaten werden nicht nur die Prognosen spezifischer. Bald wird es möglich sein, Temperatur-, Wind- und Niederschlagswerte von rund 15‘000 Datenpunkten stündlich aufgelöst anzuzeigen.
Die Verbreitung der Wetterapplikation mit Unwetterwarnfunktion konnte auch im Jahr 2019 mit über 100‘000 neuen App Downloads weiter gesteigert werden. Wetter-Alarm zählt nun schweizweit über 1.2 Millionen Kunden. 

Ausblick 2020

Strategisches IT-Projekt für Geschäftsbereich Ausbildung

Seit Beginn des Jahres 2019 wird an der Digitalisierung der Arbeitsprozesse sowie der Einführung einer neuen Angebotsverwaltungssoftware gearbeitet. Aufgrund der strategischen Wichtigkeit und der grossen Tragweite, die nahezu alle operativen Belange des Geschäftsbereichs betrifft, wurde die Testphase des neuen Produkts vor Einführung verlängert. Dies zog eine Verschiebung des Go-live-Zeitpunkts mit sich. Die Einführung wird im zweiten Quartal 2020 erfolgen.

Intensivierung partnerschaftlicher Zusammenarbeit

Gerade im Naturgefahrenbereich führt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zu den besten Ergebnissen. Bereits vor der Lancierung der Plattform «www.schutz-vor-naturgefahren.ch» suchte die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden. Heute wird «Schutz vor Naturgefahren» von einer für die Schweiz einmaligen Allianz von wichtigen Akteuren im Bereich Gebäudeschutz getragen: der Vereinigung Kantonaler Gebäudeversicherungen (VKG), dem Schweizerischen Versicherungsverband (SVV), dem Hauseigentümerverband Schweiz (HEV), dem Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein SIA sowie dem Verband Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB). Den Auftakt der gemeinsamen Auftritte wird 2020 die Präsenz an der Messe Swissbau sein. Diverse Veranstaltungen zum Thema «Wasser» ergänzen den interaktiven Standauftritt.

Coronavirus-Pandemie

Die Ausbreitung des Coronavirus wird für die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) wirtschaftliche und organisatorische Folgen haben. Es werden zusätzliche Kosten entstehen, und es ist mit Mindereinnahmen zu rechnen. Insbesondere werden Schulungsgänge verschoben oder gar annulliert werden müssen. Die genauen Auswirkungen können zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichts nicht eruiert werden und sind auch davon abhängig, wie lange die ausgerufenen Restriktionen des Bundesrats in Kraft bleiben. Die VKF wird die Situation laufend analysieren und die entsprechenden Massnahmen rechtzeitig umsetzen.

Jahresbericht 2019 und Ausblick 2020