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Jahresbericht 2019 und Ausblick 2020

Entwicklungen 2019

Neuausrichtung Erdbebenpool (NEP)

Seit einigen Jahren arbeitet der Schweizerische Pool für Erdbebendeckung (SPE) am Projekt «Neuausrichtung Erdbebenpool (NEP)». Inhaltlich geht es darum, den SPE auf neue Grundlagen zu stellen. Die heutigen Grundlagen unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Stands der Diskussion zur schweizweiten Erdbebenversicherung, aber auch im Zusammenspiel mit den Erdbeben-Versicherungsangeboten der Privatassekuranz sind anspruchsvoll.
Ein erster Vorschlag für einen «Sofortmassnahmenpool» erwies sich leider als Sackgasse. Er kann aufgrund der Kostenfolge nicht weiterverfolgt werden. Dennoch konnte den Mitgliedern des SPE ein alternativer Lösungsvorschlag unterbreitet werden. Der «Erdbeben Index Trigger», eine parametrische Rückversicherungslösung, erlaubt es dem SPE schon wenige Tage bzw. Wochen nach dem Ereignis Auszahlungen an die betroffenen Mitglieder zu tätigen. Das zugrundeliegende Modell berechnet sowohl die Schadenerwartung für den SPE als auch jene für die Mitglieder. Dies gewährt die Gleichbehandlung aller Mitglieder in Form einer sehr effizienten Abwicklung. Zu regeln bleibt die Verwendung der zugesprochenen Mittel durch die jeweilige KGV, d. h. das Leistungsversprechen dem Hauseigentümer gegenüber. Die Abwicklung der Schadenerledigung und die schnelle Verfügbarkeit der Mittel zuhanden der betroffenen Gebäudeeigentümer sind wesentliche Vorteile dieser Lösung.

Die im Vorjahr beschlossene neue Anlagestrategie, vermehrt in Sachanlagen zu investieren, hat die Geschäftsstelle im Berichtsjahr umgesetzt. Im Anlagejahr 2019 hat sie mit einer Performance von 6.5% (Vergleich Vorjahr. –2.8%) bereits Früchte getragen. Ausserdem wurde das Anlagereglement aktualisiert und auf dieselbe Basis wie jenes des Interkantonalen Rückversicherungsverbands (IRV) gestellt.

Schadenorganisation Erdbeben

Unsere Gesellschaft, die Wirtschaft und alle Stufen der öffentlichen Hand haben ein Interesse daran, dass nach einem Erdbeben rasch Klarheit herrscht, wieviel der Wiederaufbau der Gebäude kostet und wie allenfalls Hilfsgelder aus verschiedenen Quellen bedarfsgerecht verteilt werden können. Diese rasche Klärung hilft, dass die durch das Erdbeben verursachten volkswirtschaftlichen Kosten nicht noch weiter ansteigen und Private und Unternehmen schnell den Wiederaufbau an die Hand nehmen können.

2018 wurde durch eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Kantone, des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz, des Bundesamtes für Umwelt, der Kantonalen Gebäudeversicherungen und der Privatversicherer, ein Grobkonzept erarbeitet, das die grundsätzliche Machbarkeit einer Schadenorganisation Erdbeben überprüft und bestätigt hat. In der Folge wurde der Auftrag erteilt, ein Detailkonzept zu erarbeiten. Dieses liegt nun vor und zeigt, wie die Struktur einer zu schaffenden «Betriebsgesellschaft Schadenorganisation (BSO)» aussehen soll. Es zeigt ausserdem auf, in welchen Phasen der Ereignisbewältigung welche Dienstleistungen erbracht sowie welche personellen und technischen Mittel benötigt werden und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

Ausblick 2020

Neuausrichtung Erdbebenpool (NEP)

Der «Erdbeben-Index-Trigger» wurde Ende des vergangenen Jahres den Mitgliedern zur Vernehmlassung unterbreitet. Dabei steht auch die Grundsatzfrage im Raum, ob und welche aktive Rolle die Kantonalen Gebäudeversicherungen (KGV) in der Diskussion zur Bewältigung bzw. Deckung von Erdbeben einnehmen wollen? Mit diesen Diskussionen werden die Weichen für die Zukunft des Schweizerischen Pools für Erdbebendeckung (SPE) gestellt.

Betriebsgesellschaft Schadenorganisation (BSO)

Das erwähnte Detailkonzept muss nun den verschiedenen Interessengruppen bzw. der Trägerschaft vorgelegt und die Umsetzung beschlossen werden. Neben der Assekuranz – alle massgeblichen Versicherungsgesellschaften, ob privat- oder öffentlich-rechtlich – müssen auch die Kantone involviert werden. Die vorgeschlagene Lösung, mit der Schaffung einer BSO, deckt einen wesentlichen Auftrag ab, den die Kantone zu erfüllen haben: Sie erhebt zuverlässige Zahlen bzw. Schadenschätzungen. In diesem Sinne erwartet der Schweizerische Pool für Erdbebendeckung (SPE), dass eine Mehrzahl der Kantone dem Konzept der BSO zustimmen wird. 
Wenn genügend Interessenträger aus Versicherungswirtschaft und Kantonen zustimmen, wird in einem nächsten Schritt die Umsetzung angegangen. 

Coronavirus-Pandemie

Die Ausbreitung des Coronavirus wird für den Schweizerischen Pool für Erdbebendeckung (SPE) wirtschaftliche Folgen haben. Es ist mit Mindereinnahmen in den Finanzanlagen zu rechnen. Die genauen Auswirkungen können zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichts nicht eruiert werden und sind auch davon abhängig, wie lange die ausgerufenen Restriktionen des Bundesrats in Kraft bleiben. Der SPE wird die Situation laufend analysieren und die entsprechenden Massnahmen rechtzeitig umsetzen.

Jahresbericht 2019 und Ausblick 2020